Bild   Die Velmerstot

Zunehmend verliert die höchste Erhebung des Osning ihr Femininum (die Preußische Velmerstot 464 m hoch, im Bild die Lippische Velmerstot wenige Gehminuten weiter nördlich). Mit zunehmender Tendenz wird nicht mehr von der, sondern von dem Velmerstot gesprochen. 

Hier scheinen Riesen, als noch diese Märchengestalten dem Denken unserer Vorfahren Gestalt gaben, miteinander um die Velmerstot gewürfelt zu haben.  

 

 

 

 

Bild Irminsul

gezeichnet von Marianne Klement-Speckner "nach der Beschreibung alter Quellen und angelehnt an die Darstellung eines geknickten Baumes im Kreuzabnahmerelief an den Externsteinen". 

(Datei: Irminsul als Weltenbaum.jpg in Wikipedia) 

 

 

 

 

Die Irminsul

Einhard, "Vita Karoli Magni" - Das Leben Karls d. Gr.: 

"Die christliche Religion, mit der er seit seiner Kindheit vertraut war, hielt er gewissenhaft und fromm in höchsten Ehren" (26)

"Danach <nach dem langobardischen Krieg> wurde der Sachsenkrieg wieder aufgenommen ... Kein anderer Krieg ist von den Franken mit ähnlicher Ausdauer, Erbitterung und Mühe geführt worden wie dieser. Denn die Sachsen waren ein wildes Volk, das Götzen anbetete und dem Christentum feindlich gesinnt war ... Karl aber ließ sich durch ihre dauernde Wortbrüchigkeit weder von seinem hohen Ziel und von seiner ... Standhaftigkeit abbringen noch an der vorgenommenen Aufgabe irremachen. ... gestattete niemals, dass sie ungestraft blieben, sondern zog ... gegen sie ..., um Rache für ihr treuloses Verhalten zu nehmen und gerechte Sühne zu fordern. <Hierzu Anmerkung 26): Als Herzog Widukind sich im Jahre 782 erhob, ließ Karl in Verden an der Aller an einem Tag 4500 Sachsen köpfen> Nachdem er dann alle ... besiegt ... hatte, führte er zehntausend Sachsen, die an beiden Elbufern gewohnt hatten, mit Frauen und Kindern aus ihrer Heimat und siedelte sie in verschiedenen Gruppen zerstreut in Gallien und Germanien an. ..." (7) <Anmerk. 27): Ein eigentlicher Friede aber wurde nie geschlossen. Der lange Sachsenkrieg dauerte von 772 bis 804>

"Obwohl sich der Kampf  so lange hinzog, nahm Karl selbst nur zweimal ... an den Feldschlachten teil - das erste Mal am Berg Osning bei dem Orte Detmold und einige Tage später ... am Ufer des Flusses Hase." <Anm. 28): Osning: Gebirgszug im Lippischen Wald, dem südöstlichen Teil des Teutoburger Waldes. - Hase: Nebenfluss der Ems. Die Schlacht fand 783 in der Nähe des heutigen Osnabrück statt; im Mittelalter hieß der Ort Schlachtvörderberg, heute Clus>

 

Die Reichsannalen - Annales regni Francorum (Annalen des Fränkischen Reiches) berichten lapidar, dass der Frankenkönig Karl a. (anno) 772 aufbrach, um die Sachsen zu bestrafen und zu unterwerfen. Auf seinem Heerzug eroberte er die Eresburg und zerstörte ihr Heiligtum, die Irminsul. 

 

- Nachfolgend werden nur die Namen der Autoren mit Quellenhinweis genannt. Ihre Werke sind im Literatur-Verzeichnis aufgelistet. 

 

 

      A. Wesenheit der Irminsul

 

"wettu irmingot, quad Hiltibrant, obana ab heuane,

dat du neo dana halt mit sus sippan man 

dinc ni gileitos!" 

(Hildebrandslied, frühestes deutsches Heldenepos, Originalsprache, Zeile 30-32) 

      (Hildebrand anhub, Heribrands Sohn:) 

      "Das wisse der Allgott, oben im Himmel, 

      Daß du doch niemals noch mit so nahem Gesippen

      Verhandlung führtest."

(Th. Echtermeyer, Deutsche Dichtung des Mittelalters I, S. 10, Übertrag. v. Georg Baesecke)

      "Ich rufe Gott vom Himmel, sprach Hildebrand da,       zum Zeugen an ... " (M. Curschmann u. I. Glier, S. 10)

      "Weißt Du Gott, sprach Hildebrand da, oben vom Himmel, ..."  (Diese letzte Übersetzung stammt von dem Detmolder Musikertrio "Duivelspack", das mit Folkmusik bekannt geworden ist. Rekonstruierte antike Instrumente, die von der Archäologie im nordeuropäischen Raum gesichert wurden, dienen den Musikern bei ihren Experimenten zur Vertonung nordischer Mythen wie Fafnismál und Völuspá. Mit besonderer Einfühlsamkeit geben sie dem Hildebrandslied musikalischen Ausdruck.) 

Ich finde in den Übersetzungen des Liedes ins Hochdeutsche, die Definition irmingot betreffend, nur bei Baesecke "Allgott". Die Überhöhung Allgott kommt der frühmittelalterlichen Benennung irmingot jedenfalls am nahesten, wenn man die Redefigur als virtuell alles umfassende göttliche Heilsgestalt begreift. 

Der rastlose Sprachforscher Jakob Grimm, umfassend gebildet und genialer  Vater der Germanistik, sieht in irmin die Präfix-Verstärkung groß: so z.B. bei irminman, irminthiod (Heliand) und irmingot (Hildebrandslied). Er verweist im Vermerk zu irmin auf das althochdeutsche Aram (slav. Ramo, lat. armus = Arm, Schulter) und fragt: "führt dies auf Verwandtschaft zwischen arm und irman? Man erwäge Arminius!" Grimm zu folgen heißt erstens, Irminsul zu übersetzten in "immens große Säule", zweitens sowohl im Namen Arminius als auch in der Benennung Irmin gleiche Abstammung zu suchen (die Herkunft des Namens Arminius bereitet den Germanisten großes Kopfzerbrechen. Der Name ist dem  Sieger der Schlacht im Teutoburger Wald von den Römern verliehen worden und lässt sich nicht aus der germanischen Sprache ableiten). Grimm u.a.m. sehen  enge Verwandtschaft zwischen der Irminsäule und der eddischen Yggdrasil, deren Wurzeln und Äste sich nach drei Enden gabeln (S. 97 f., S. 294 f., Bd. I; S. 667 Bd. II; S. 35 Bd. III). 

Über das Aussehen der Irminsul weiß man nichts Genaues. Ein zeitgenössischer Mönch, Rudolf von Fulda, überliefert lediglich, es sei ein "truncus ligni non parvae magnitudinis" - ein Holzstamm von nicht geheurer (oder ungeheurer) Größe gewesen. Die Wesenheit der Säule und ihre esoterische Bedeutung wird allgemein als immergrüner Baum (nordisch Yggdrasil = Weltesche) erklärt, welcher nach den religiösen Ansichten unserer Ahnen das weite blaue Himmels-gewölbe zu tragen hatte. Ein Niederstürzen des Himmels zur Erde musste um der Götter und der Menschen Willen verhindert werden. 

Andererseits verband nach religiös-schamanistischen Vorstellungen die Welt-esche Erde und Himmel miteinander. Mit Hilfe der das göttliche Asgard (Wohn-sitz des Göttergeschlechts der Asen) berührenden Baumkrone bzw. Säulenkapi-tellen konnten die Geisterbeschwörer und Priester sich bei kultischen Riten mit den Asen in innigen Seelenbegegnungen verständigen. Ausführlich beschäftigt sich Jan de Vries mit der Gottheit Irmin und dem heiligen Weltbaum (§§ 351 und 586). Seine mit akribischer Wissenschaftlichkeit herausgefundenen Belege stützen die hier verkürzt geäußerten Darstellungen. 

Einige Gelehrte allerdings vermuten in der Irminsul ein Siegesmal, das einem Gott Irmin zu Ehre und Dank oder auch als erstes ehrendes "Hermannsdenkmal" nach der Hermann-(Arminius-/Varus-)Schlacht von den siegreichen Völkern errichtet wurde. Irmin als ein anderer Name Wodans, der ohnehin mit vielen verschiedenen Namen behaftet ist. Indessen kann Irmin auch ein Zweitname  Zius sein. Ziu, der Gott des Rechts, des Kriegs und Friedens, war Hauptgott der Semnonen und anderer Stämme. 

Zum äußeren Erscheinungsbild zieht Kunstgeschichtler Ferdinand Seitz das gebeugte Gebilde im Kreuzabnahme-Relief der Externsteine (s. Bilder 4 und 11 im Abschnitt Gotländer am Externstein) zu Rate. Er ist überzeugt, hier ein symbolhaftes Abbild der heiligen Säule der Sachsen und ihrer Vorläufer-Stämme vor Augen zu haben. Die von einigen Deutern verwendeten Begriffe "umgebeugte Palme", "umgebogener Stamm / Baum", "Thronsessel", "Stuhl" u.a.m. zeugen von großer Ratlosigkeit. In der Tat wird uns mit der Seitz-Deutung ein logisches Fundament zur Erklärung des abstrakten Gebildes geliefert, das dem Nicodemus (Josef von Arimathäa?) als hilfreicher Tritt zur Abnahme des Leichnams Christi vom Kreuze dient. Der heidnische Kultbaum hat seinen Nimbus verloren, sein Status ist niedergebeugt, unehrerbietig wird er mit Füßen getreten. Nichts anderes kann diese vielsagende Darstellung vermitteln: die Irminsul wird als ein Symbol heidnischen Irrglaubens dem Christengott verfügbar gemacht. 

Ein besonders eindrucksvolles Werk für die Erniedrigung der Weltesche Ygg-drasil ist der schwedische Mervalla-Runenstein (Runenübersetzung: "errichtet von Sigrid für den Handelsmann Sven", in der Übergangszeit zum Christentum im 9./10. Jhd., s. Bild 12). Unzweideutig entwächst das siegreiche Kreuz dem Weltenbaum, der mit einem Arm den Kopf, mit dem andern das Schwanzende  der Schlange umklammert. Die Midgardschlange (EDDA, Hymirlied) umgrenzt nach germanischem Glauben das Menschenland. 

 

 

      B. Standort der Säule

 

Am "Tor zur Egge", ein Attribut, das die Gemeinde Altenbeken im Naturpark Eggegebirge / südlicher Teutoburger Wald (im Herzen des Osning, Eisenbahn-Knotenpunkt mit imposantem Eisenbahn-Viadukt) für sich in Anspruch nimmt, steht ein eisernes Kreuz. Es ist im Jahre 1872 am Ortsausgang rechts der Straße nach Langeland-Erpentrup / Bad Driburg am Fuße des Köhlerbergs über der Bollerbornquelle errichtet worden. Die Tafel unter dem Kreuz enthält ein frommes Gedicht, das in der ersten Strophe das berühmte Bollerborn-Quellwunder ausdrückt: 

 

"      1872

Vor tausend und einhundert Jahr' 

Bot diese Quelle Labung dar

Des Kaisers Carl ganz durst'gem Heer,

Als Christi Lehr' er bracht hierher   ... " 

 

Und der Mönch namens Poeta Saxo vom Kloster Corvey hat um 890 eine Eloge auf den Frankenkönig Karl (nachm. Kaiser Karl d.Gr.) verfasst, die den histori-schen Vorgang ausführlich beschreibt (Neuheuser, S. 237): "Während der König dies <Heiligtum Irminsul> zerstörte, blieb er drei Tage im Lager, das nahebei aufgeschlagen war. Damals waren infolge der lange andauernden Hitze des Sommers und der heiteren Witterung die Felder trocken, und selbst in den Quellen gab es kein Wasser, und von vielem Staub starrten die Bäche: und schon setzte dem königlichen Lager hart zu der durch die Wärme vergrößerte Durst: aber die Kraft des Allmächtigen, dem die gerechte Zerstörung des heidnischens Heiligtums gefiel, bewirkte, daß um die Mittagszeit plötzlich aus dem Bett eines trockenen Bergbaches, der jenem <Lager> ganz nahe war, Wasser hervorbrach, das für das Heer ausreichte." 

Der Chronist Altenbekens, Heinrich Neuheuser, gibt die vielen Stimmen und Berichte wieder, welche das jähe und unerwartete Ausschütten der Quelle, das  mit bollerndem Getöse einherging, beobachtet haben (S. 237 - 242). Schon 1360 ist die Quelle als Naturwunder beschrieben worden. Aus der Vielzahl der Doku-mentationen mag hier eine bezeichnende Begebenheit eingeflochten werden, die dem Paderborner Fürstbischof Theodor v. Fürstenberg (1585 - 1619) widerfahren ist: "Fürstbischof Theodor von Fürstenberg hielt bald nach seinem Regierungs-antritt ein großes Gastmahl an dieser eigenartigen Quelle, die schon mehrere Tage kein Wasser mehr gespendet hatte. Als sich der hohe Gast mit seiner Begleitung in der Quellmulde im Schatten der hohen Eichen niedergelassen hatte und die Speisen und Getränke an sein Gefolge verteilt worden waren, hörte man plötzlich donnerähnliche Geräusche aus dem Innern des Gebirges. Obwohl den Herren die Tücke des Borns bekannt war, wurden sie durch die aus dem ausgetrockneten Quellenmund hervorschießenden gewaltigen Wassermassen, die den Lagerplatz in wenigen Minuten überschwemmten, überrascht." 

Heute ist der Wunderborn eingefangen von schnöden Trinkwasserleitungen. Ein Hals aus Stahl lässt auf Knopfdruck köstliches Quellwasser plätschern. Aber der Charme der Urwüchsigkeit, den ein Kupferstich des Malers Johann Georg Rudolphi aus Brakel (1633 - 1693) dem Betrachter vermittelt, ist längst dahin. Rudolphi war ein Zeitgenosse des o. gen. Fürstbischofs und regional ein bedeu-tender Maler dieser Zeit. 

Im "fons resonus" von Altenbeken, der intermittierenden Quelle, die polternd pulsierend bis weit ins 18. Jhd. zu Tage trat, wähnen neben dem Archäologen  Carl Schuchardt (S. 178) auch die Altertumsforscher Wilhelm Teudt (S. 64 f.), Wilhelm Müller (S. 43) und Klaus Bemmann (S. 85) den Waldstrom erkannt zu haben, der des Frankenheeres berühmtester Durstlöscher war. Sie kommen allerdings hinsichtlich des Standortes zu unterschiedlichen Ergebnissen: Bemmann an der Velmerstot, Müller am Düwelsnacken, Teudt am Externstein. Auch Grimm lokalisiert die Säule im Osning (Eggegebirge und Teutoburger Wald), wo auch Wolfgang Golther sie aufragen lässt (S. 594). In unmittelbarer Nähe des Bollerborns von Altenbeken also, der durch sein unregelmäßiges, donnerndes, zum Wunder stilisiertes Sprudeln das fränkische Heer vor dem Verdursten rettete, ist ihr dreitägiges Lager zu suchen. Von hier aus starteten 772 n.Chr. die fränkischen Krieger  nach übereinstimmender Ansicht der Koryphäen der Altertumsforschung ihren Angriff auf das zentrale Heiligtum der Sachsen.   

 

(Fortsetzung folgt)

 

Bild Bullerborn historisch

Fons Resonus, vulgo Bullerborn, Kupferstich  von J. G. Rudolphi (1671, Original im Rathaus Altenbeken, - Neuheuser S. 128/129)

Bild Bollerborn, modern talking

 

 

Fortsetzung Irminsul,

b) Standort der Säule 

 

Zum umstrittenen, verschollenen Standort der zerstörten Säule seien der Voll-ständigkeit halber noch einige Hinweise gegeben. 

Karl Schoppe behauptet seine These vom Irminsulstandort auf der Iburg bei Bad Driburg, indem er sich vielfach auf den Wissenschaftler W. E. Giefers stützt (Schoppe, Die Irminsul). Dieser hingegen hat sich vom Iburg-Favorisierer zum Behmburg-Beförworter (Karlsschanze bei Willebadessen) entschieden. Die sogen. freie Enzyklopädie Wikipedia benennt ferner - ohne namentliche Vertreter - als vermutete Standorte: Desenberg b. Warburg, Tönsberg b. Oerlinghausen, Pader-quellen in Paderborn und die am häufigsten genannte Eresburg (sie ist in den Lexika noch immer Anwärter Nr. 1). Alle aber entbehren der sich tosend ausschüttenden Quelle. 

Walter Matthes / Rolf Speckner befassen sich mit dem gebeugten Stamm im Externstein-Relief ausführlich, den sie aber in ähnlichen Formen nur aufrecht stehend ermittelt haben. Sich demütig neigende Kreuze oder Bäume haben sie nur aus dem Schatz mittelalterlicher Dichtung heben können (S. 159 f.). Beachtenswert ist ihre auch von anderen Publizisten erwähnte Nachricht S. 50: "Dorow <Wilhelm, Historiker 1790 - 1846> hat unter dem Eindruck einer Mitteilung des geschichtskundigen Pfarrers Hamelmann aus dem Jahre 1564 gestanden, der folgendes geäußert hatte: Er habe einmal in älteren Schriften gelesen, dass Karl d. Gr. an den Externsteinen ein heidnisches Stammesheilig-tum zerstört und an dessen Stelle einen 'gottgeweihten Altar' errichtet habe, der mit Apostelfiguren geschmückt worden sei." Die Verfasser enthalten sich hinsichtlich des gebeugten Stammes einer Deutung, doch ist für sie in einem eigenen Werk (Das Geheimnis der Externsteine) das "Irminsulheiligtum am Externstein" stets gegenwärtig. 

Einen ausgedehnten Tempelbezirk vermutete Wilhelm Teudt an den Extern-steinen und darin eingeschlossen die Irminsul (S. 64 f.). Friedrich Focke lehnt die Ansichten Teudts rundweg ab. Er sieht einen lebenden, gebeugten, trauernden Baum und im Drachenrelief (unter dem Kreuzabnahme-Relief) Eva und Adam. Fockes Argumentation ist getragen von einem exklusiven Unfehlbarkeitsan-spruch. Sein elitärer Anspruch verspielt den Reiz, sich auf der Bühne der Kontra-henten mit den widerstreitenden Thesen auseinander zu setzen. 

Teudts Werk (s. Literaturverz.) wird heute tabuisiert, weil er zeitweise obskuren Verbänden angehörte, weil es einen patriotischen Wortstil pflegte und weil es in der NS-Zeit entstanden ist. Das selbst auferlegte Berührungsverbot zeugt von gleicher ideologischer Verbohrtheit, wie sie gerne von heutigen Geisteswissen-schaftlern anderweitig angeprangert wird. Etlichen Geschichtsschreibern der Römischen Kaiserzeit wird gern die Glaubwürdigkeit versagt wegen zu großer Nähe zu ihren kaiserlichen Gebietern. Heute gebieten Ideolog(i)en und Medien.

In Teudts Buch "Germanische Heiligtümer" treten Beweisführungen in wissen-schaftsübergreifender Methode zutage, die heutigen Forschern selbstverständlich sind. Mit wachem Spürsinn und logischen Schlüssen baute Teudt am Externstein ein kolossales Heiligtum unserer Vorfahren, wie auch der Autor dieser Zeilen im Abschnitt "Gotländer am Externstein" zu beweisen sucht. 

Entsprechend den schriftlichen Quellen hat der Frankenkönig in dem von sommerlicher Dürre heimgesuchten Gebiet drei Tage kampiert, um das Heiligtum dem Erdboden gleich zu machen. Das an Ort und Stelle entdeckte Gold und Silber abzutransportieren kann diesen Zeitraum kaum allein für sich in Anspruch nehmen. Es scheint eine schier endlose Schwerstarbeit gewesen zu sein, die hölzerne Irminsul zu verbrennen bzw. das steinerne Idol zu stürzen. Wahrscheinlich war aber nicht nur die Säule der Vernichtung preisgegeben. Der sie umfangreich umgebende heilige Bezirk dürfte dem Wüten des rohen Kriegs-volks schonungslos ausgesetzt gewesen sein. Die Heidensäule, dieser beschwo-rene Nerv sächsischen Irrglaubens, zu dessen Vernichtung der Frankenkönig zielstrebig aufgebrochen war, muss im Umkreis des einst intermittierenden Bollerborns bei Altenbeken aufgerichtet gewesen sein. Was liegt näher, als das Heiligtum am kaum 12 km entfernten Natur- und Kulturdenkmal Externstein zu suchen? Es muss ein heidnisches Heiligtum von überragender überregionaler Bedeutung gewesen sein. Der Franken-Kreuzzug kann nicht zur Zerstörung einer trivialen Nachbildung der Irminsul, wie sie auch andernorts gestanden haben sollen, stattgefunden haben. 

Der frühere Name Osning, mit dem das Waldgebirge vor der Umbenennung in Eggegebirge / Teutoburger Wald bezeichnet wurde, indiziert den Gebirgszug als irdisches Symbol der Götterwohnungen Asgard. Kern sind die Externsteine, um die sich das Gebirge windet: nach Nordwest der Teutoburger Wald, nach Süden die Egge (ausführlich in meinem Buch "Osning, der Götterwald", s. im Hinweis unten). Die sanfte Grenzmark der im Römerkriege am Befreiungskampf betei-ligten Brukterer, Marser und Cherusker bot sich zum Götterwalde dar. Inmitten dieser einsamen Mark, im Scheitelpunkt der beiden Gebirgsschenkel, ragten die grauen, rissigen, mysteriösen und mythischen Felsköpfe aus dem blätterrau-schenden, düsteren Urwald empor, je nach Empfinden erhaben oder furchtein-flößend. Und sie ragen noch immer. Sie werden damals auf die von bedrückenden Geistern umwallten Gemüter mehr noch als heute einen geheimnisvollen, elbischen Eindruck nicht verfehlt haben. 

 

 

Hinweis: Mehr über den Osning, die widerhallende Quelle, das römische Aliso und die Schlacht bei Arbalo, die Niederlage des Varus, Franken wider Sachsen, Sagensigfrid und den Namen der Nibelungen/Niflungen erfahren Sie in dem neu erschienenen Buch (2015, Arnshaugk-Verlag) 

 

Siegfried Schröder      Osning, Der Götterwald 

158 Seiten, 26 Abbildungen, ISBN 3-944064-50-X,

Gb., incl. Porto und Verpackung 18,00 € (Vorauszahlg), beim Verfasser und im Buchhandel. 

Bitte nehmen Sie mit mir Kontakt auf. 

 

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© Der Götterwald Autor Siegfried Schröder Alle Rechte beim Autor